Das Ereignis

von John Clancy

Premiere Dezember 2022

Team | In Vorbereitung

Die Geschichte

“Ein Mann steht, von Licht übergossen, vor einem Saal voller plötzlich verstummter fremder Menschen. Sie beobachten ihn, warten, was er als Nächstes sagen wird… kommt Ihnen das bekannt vor? Über den Mann lassen sich gewisse Vermutungen anstellen. Er macht einen nachdenklichen und vernünftigen Eindruck, aber das kann an der Regie liegen oder einer anderen Form kunstvoller Täuschung.”

Er fängt an zu sprechen. Das ist die Verabredung. Die Verabredung des Ereignisses. Er spricht
auswendig gelernte Worte. Er spricht darüber wie die vor ihm sitzenden fremden Menschen
ihrerseits auswendig gelernte Worte sprechen, die passenden Worte, zu den jeweiligen Ereignissen in ihrem Leben, die richtigen, das sagen, was man von ihnen erwartet, was ihnen von Menschen wie dem Mann, der gerade darüber zu ihnen spricht, in tausendfacher Variation, seit Menschen zu Menschen sprechen, vorgesprochen wurde.

“Von der inneren, privaten Natur des Mannes wissen die Fremden tatsächlich sehr wenig. Sein
Verhältnis zur ‘Wahrheit’, was immer das sein mag, ist verdächtig und weithin verrufen.”

Das Ereignis ist ein Stück über die Welt als Bühne, und die Bühne als Welt. Über Verabredung,
Konventionen, Wahrheit und Lüge, über Wandel und Wahl, über den sich überunslegenden
orwellschen Nebel einer Demenz, der jeden Winkel, jede Windung, des modernen menschlichen
Zusammenlebens und Geistes zu erreichen scheint, es ist ein Stück über Gemeinschaft, über
Freundschaft… und das, was am Ende bleibt.

„Im Mittelalter hätte er keinen Anspruch auf ein Grab in geweihter Erde gehabt. Der Mann lächelt
den Fremden zu. Ein paar Fremde lächeln nicht zurück. Das ist ihr gutes Recht. Der Mann lächelt in
die Dunkelheit. Ein Mann, Auge in Auge mit lauter Fremden, allein und mit nichts bewaffnet als
auswendig gelernten Worten, kann nicht hoffen, mehr zu tun als das. Ein seltsamer Job.“

Termine

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